Inverness

Heute ist Pausentag. Mittags verabschiede ich mich von Anne, die mit dem Bus nach Fort William und dann weiter Richtung Süden fährt.

Das Black Isle Hostel, in dem ich übernachte, ist erst vor drei Wochen eröffnet worden und ist nicht sehr stark belegt, sodass ich schon mittags einchecken kann. In der Lounge erlebe ich einen Waliser Lebenskünstler, Verschwörungstheoretiker und selbsternannten Philosophen, der seine Weisheit und Erfahrungen über einen Australiern und einen Kiwi ausschüttet. Von Geistererscheinungen ist die Rede, göttlichen Endzeitschlachten in goldener, durch das Licht von sieben Sonnen energetisch aufgeladener Rüstung gegen haushohe Wölfe mit riesigen Krallen und Fangzähnen, von Erdöl, das entsteht, weil das Blut der in tausenden von Kriegen Gefallenen vom Anbeginn der Menschheit in die Erde sickert und vielem mehr, das ich nicht mehr so richtig mitbekomme, weil ich mir Kopfhörer mit lauter Musik aufziehen muss, um einen klaren Gedanken fassen zu können, was meine weitere Reiseroute betrifft.

Ich kaufe Proviant und eine neue Gaskartusche für den Kocher, wasche Klamotten durch und hänge sie im Trockenraum auf, suche mir bei WHSmith ein neues Taschenbuch aus – eine Peter-Pan-Umarbeitung, die ich noch nicht kenne. Außerdem gehe ich die nächsten Etappe der Wanderung auf der Karte durch und lege ungefähre Ziele fest, um alle paar Tage eine Unterkunft buchen zu können.

Nachmittags bummele ich ein wenig durch die Stadt, sehe mir Inverness Castle an, konzentriere mich ansonsten aber sehr auf das Erholen.

Im Hostel ist eine Gemeinschaftsküche, in der es nicht nur Tee und Kaffee gibt, sondern die ich auch zur Zubereitung dreier Abendessen nutze. Es ist einfach zu verlockend, schnell noch einmal in den Laden nebenan zu gehen und warmes Essen zu haben.

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